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Neuer FIZ Standort ab 3.5.

Neuer FIZ Standort ab 3.5.

Adieu Lindenplatz - hallo Hohlstrasse 511! Die FIZ zieht 950 Meter weiter, neben den Bahnhof Altstetten. Wir sind aktuell mitten in den Zügeleien und freuen uns, alle Ecken und Meter des neuen Standorts mit FIZ-Leben zu füllen. Wir sind ab Montag, 3. Mai 2021 wieder zurück im Alltag und am neuen Standort wie gewohnt erreichbar.

Unsere neue Adresse:
FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration
Hohlstrasse 511
8048 Zürich

 



 



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Streaming-Reihe zum Buch «Ich bin Sexarbeiterin»

Streaming-Reihe zum Buch «Ich bin Sexarbeiterin»

In Kooperation mit Kosmos gehen die Herausgeberinnen des Buches verschiedenen Aspekten von Sexarbeit nach: Was hat Sexarbeit mit Moral zu tun? Und was mit Sex? Wie sehen Feministinnen Sexarbeit? Und warum kaufen eigentlich Leute sexuelle Dienstleistungen? Es gibt kurze Lesungen aus den Portraits im Buch sowie Gespräch mit Herausgeberinnen, Sexarbeiterinnen und anderen Fachpersonen.

Donnerstag 25. März, 20.00 Uhr: Sex und Moral
Mittwoch, 21. April, 20.00 Uhr: Feminismus und Sexarbeit: ein Widerspruch?
Dienstag, 25. Mai, 20.00 Uhr: Kunden? Freier? Käufer?


Moderation aller drei Veranstaltungen: Helene Aecherli (Journalistin)

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Sittenwidrigkeit aufgehoben

Sittenwidrigkeit aufgehoben

Das Bundesgericht hat am 4. Februar ein wegweisendes und wichtiges Urteil für Sexarbeitende veröffentlicht: Sexarbeit ist nicht mehr sittenwidrig.

Damit können Sexarbeitende endlich ihren Lohn vor Gericht einfordern, wenn sich Freier weigern zu zahlen. Dies führt zu mehr Rechtssicherheit und stärkt die Verhandlungsposition gegenüber Kunden und Salonbetreibenden. Ein wichtiger und überfälliger Schutz. Und ein wichtiges Zeichen dafür, dass Sexarbeit eine Arbeit ist!

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Offene Sprechstunden für SchülerInnen, Studierende, Lernende

Offene Sprechstunden für SchülerInnen, Studierende, Lernende

Auf unserer Website sind viele Informationen rund um Frauenhandel, Sexarbeit und Frauenmigration. Siehe "Themen". Auch unsere Bildungsmappen unter "Publikationen" zu Frauenhandel und Sexarbeit sind hilfreich.

Falls trotz der vielfältigen Unterlagen Fragen offen bleiben, bieten wir unsere offene Sprechstunde an den nächsten folgenden Daten an:

22.04.2021 Anna Schmid
03.06.2021 Géraldine Merz
08.07.2021 Doro Winkler
19.08.2021 Laura Rietschi

Jeweils von 14 – 16 Uhr in der FIZ, Badenerstrasse 682 in Zürich Altstetten oder online. Bitte anmelden unter: contact@fiz-info.ch.

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Das neue FIZ Magazin ist da!

Das neue FIZ Magazin ist da!

"Ungleichheiten in Zeiten von Corona" - unter diesem Titel berichten wir in der aktuellen Ausgabe des FIZ Magazins über die Erfahrungen in den letzten Monaten. Gerade traumatisierte und vulnerable Menschen reagieren sehr sensibel auf Krisen: mit Angst, Verzweiflung, Mitlosigkeit und Traurigkeit. Für viele war die Situation auch existentiell bedrohlich. Mit einem sehr engagierten Team versuchen wir, den vielen Ungleichheiten, die sich in den letzten Monaten durch Corona zusehends verstärkt haben, entgegenzutreten - mittels finanzieller, sozialer und emotionaler Unterstützung.

Das Magazin gibt einen Einblick in die Situation unserer Klientinnen und in unsere Arbeit. Wir wünschen eine anregende Lektüre!

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Nationale Plattform gegen Menschenhandel

Nationale Plattform gegen Menschenhandel

Im Rahmen der Schweizer Aktionswoche gegen Menschenhandel 2020 lancierten vier Organisationen ein neues schweizweites Netzwerk zur Bekämpfung des Menschenhandels: Die Plateforme Traite. Ihre Gründungsmitglieder sind die FIZ, ASTRÉE Lausanne, Centre Social Protestant (CSP) Genève und Antenna Mayday Ticino. Mit der Schweizer Plattform gegen Menschenhandel sollen aktuelle Herausforderungen in der Bekämpfung von Menschenhandel unter der Achtung der Menschenrechte thematisiert und verbessert werden. Mehr Infos und Fallbeispiele (deu/fra/ita) finden Sie hier.


Homepage der Plattform: www.plattform-menschenhandel.ch.

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Leitfaden zum Recht auf internationalen Schutz für Betroffene von Menschenhandel

Leitfaden zum Recht auf internationalen Schutz für Betroffene von Menschenhandel

Die ExpertInnengruppe des Europarates für die Bekämpfung des Menschenhandels (GRETA) hat einen Leitfaden zum Recht auf internationalen Schutz für Betroffene von Menschenhandel veröffentlicht.

Der Leitfaden soll dazu beitragen, die Umsetzung der Verpflichtung, Betroffenen des Menschenhandels internationalen Schutz zu gewähren, weiter zu stärken. Er analysiert die Anwendung der Prinzipien des internationalen Schutzes im Kontext des Menschenhandels und baut dabei auf früheren UNHCR-Richtlinien auf. Der Leitfaden soll ferner den zuständigen Behörden, Institutionen und Organisationen, die mit schutzsuchenden von Menschenhandel Betroffenen und gefährdeten Personen zu tun haben als Orientierungshilfe dienen, mit dem Ziel, dass Betroffene nicht gezwungen werden sollten, in ihr Herkunftsland zurückzukehren, wenn eine solche Rückkehr ihr Leben oder ihre Freiheit bedrohen und ihre Rechte gefährden würde.

Für Betroffene, die unter die Dublin-Verordnung fallen wird betont, dass die Durchführung von Risikobewertungen unerlässlich ist. Sie sind notwendig um zu verhindern, dass Betroffene von Menschenhandel in das Land zurückgeschickt werden, in dem sie zuerst Asyl beantragt haben, in dem sie aber Gefahr laufen, erneut Opfer von Menschenhandel zu werden. Ebenso hervorgehoben wird der Grundsatz, dass Menschenhandelsopfer nicht für Straftaten sanktioniert werden dürfen, zu denen sie gezwungen wurden. Die rechtliche Grundlage für die Unterstützung der Opfer wird erläutert, wobei die Länder zu besonderer Wachsamkeit gegenüber den Bedürfnissen minderjähriger Menschenhandelsopfer aufgefordert werden.

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Corona-Schutzkonzept für Sexarbeitende

Corona-Schutzkonzept für Sexarbeitende

Seit dem 8. Juni können Sexarbeitende sowie Arbeitende in anderen Berufen mit Körperkontakt wieder arbeiten. Um sicherzugehen, dass sie sich und ihre KundInnen während der Arbeit schützen, wurden Corona-Schutzkonzepte entwickelt. Weiter verteilen Beratungsstellen Schutzmaterial, auch die FIZ: Masken, Desinfektionsmittel, Kurzinfos.

Schutzkonzept für Sexarbeitende unter COVID-19 (Kurzform):
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magyar
românesc

Standard-Schutzkonzept für Betriebe mit personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt unter COVID-19.
deutsch

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FIZ Jahresbericht 2019

FIZ Jahresbericht 2019

Der neue FIZ Jahresbericht ist erschienen. Die Fallzahlen des Opferschutzprogramms für Betroffene von Menschenhandel (Makasi) waren noch nie so hoch: 2019 wurden 255 Fälle betreut (2018: 221). Darunter sind weiterhin viele Asylsuchende.

2019 stieg die Anzahl der Beratungen von Migrantinnen in der FIZ signifikant an: von 348 (2018) auf 377. Gegenüber dem Vorjahr haben vor allem die Beratungen von Sexarbeiterinnen zugenommen. Das Projekt «Stark mit Peers» hat zu diesem Anstieg wesentlich beigetragen: Sexarbeiterinnen informieren andere über Angebote in der Stadt Zürich und über Gewaltprävention.

Hier gehts zum FIZ Jahresbericht 2019

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FIZ Dankesgruss in der Coronakrise

FIZ Dankesgruss in der Coronakrise

Rückblick, Aktuelles und Ausblick der FIZ in Zeiten von Corona, mit Lelia Hunziker und Doro Winkler! Schauen Sie rein: Video

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Betroffene von Menschenhandel brauchen Schutz – auch in der Krise

Betroffene von Menschenhandel brauchen Schutz – auch in der Krise

Die vier Organisationen (Astrée, Lausanne; CSP, Genf; MayDay, Tessin; FIZ, Zürich), die Betroffene von Menschenhandel unterstützen und zusammen die Schweizer Plattform gegen Menschenhandel gegründet haben, veröffentlichen heute ein gemeinsames Communiqué, in dem sie an die Schweizer Politik appellieren, Betroffene von Menschenhandel in dieser Krise nicht zu vergessen und entsprechende Schutzmassnahmen aufzugleisen.

Das Communiqué enthält folgende Forderungen:

  • Behörden müssen die Identifizierung von Opfern von Menschenhandel im Fokus behalten:
    Betroffene von Menschenhandel bekommen nur Schutz, wenn sie als solche identifiziert werden. Wir appellieren an die Behörden, auch unter den aktuellen, erschwerten Umständen ihren Einsatz für Opfer von Menschenhandel beizubehalten.
  • Ausbeutung verhindern! Nothilfe für alle!
    Die gesprochenen Milliarden für die Entschädigung des Erwerbsausfalls sind für Personen mit irregulärem Aufenthaltsstatus oder irregulären Arbeitsverhältnissen nicht zugänglich. Gerade sie arbeiten aber oftmals unter sehr prekären Bedingungen und stehen bei Lohnausfall ohne Mittel da. Um eine Zunahme ausbeuterischer Situationen zu vermeiden, ist eine einfach zugängliche Nothilfe dringend notwendig.
  • Sichere Unterbringung muss für alle gewährleistet sein!
    In allen Kantonen besteht die dringende Notwendigkeit, Notunterkünfte für Menschen zu schaffen, die gefährdet, obdachlos oder ohne sicheren Wohnraum sind
  • Die Asylverfahren müssen sofort ausgesetzt werden!
    Viele Betroffene von Menschenhandel befinden sich im Asylverfahren. Unter den gegebenen Umständen ist es fast unmöglich, Opfer von Menschenhandel im Asylprozess zu identifizieren.

Zum vollständigen Communiqué:
deutsch
französisch
italienisch


Auch La Strada International (LSI), ein europäisches  Netzwerk von NGOS, die gegen Menschenhandel kämpfen, äusserte sich zur Situation rund um Menschenhandel in Zeiten von COVID-19. Die FIZ ist Mitglied von LSI. Viele MigrantInnen berichten LSI, dass sie in der Corona-Zeit ihre Arbeit weiter ohne Schutz- oder Präventionsmassnahmen verrichten müssen. In einem Statement gibt LSI einen Überblick über die Risiken für besonders vulnerable Menschen und für Betroffene von Menschenhandel : Statement.

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Wichtige Informationen auf sexwork.ch

Wichtige Informationen auf sexwork.ch

Seit dem 17. März dürfen Sexarbeitende in der Schweiz nicht mehr arbeiten. Das bringt sie in eine enorme Notlage. Zusammen mit der Fachstelle Sexarbeit Xenia von Bern und ProCoRe (nationales Netzwerk der Beratungsstellen für Sexarbeitende) lancierte die FIZ letzte Woche ein Projekt, um die negativen Auswirkungen der Corona-Massnahmen auf Sexarbeitende zu bekämpfen.

Die Projektleitung versucht auf nationaler Ebene Unterstützungsmassnahmen aufzugleisen und die lokalen Beratungsstellen zu unterstützen. Zurzeit herrscht eine grosse Unsicherheit bei den Beratungsstellen. Die Corona-Massnahmen und die damit verbundene Prekarisierung, werfen viele neue Fragen auf: Können Sexarbeitende Unterstützungsleistungen beantragen? Wenn ja, welche? Hat Sozialhilfebezug aufgrund des ausbleibenden Einkommens negative Konsequenzen auf die Aufenthaltserlaubnis? Gibt es Möglichkeit die Mieten in Raten zu zahlen oder ganz auszusetzen? Oder ganz grundlegend: wie kann Nothilfe für Essen und Unterkunft organisiert werden?

Vieles ist zurzeit noch unklar. Die Projektleitung sammelt darum Informationen und Best Practices aus den verschiedenen Kantonen auf der Seite sexwork.ch

Die dortigen Infos werden laufend aktualisiert.

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Schutz für Frauen und Mädchen im Asylbereich weiterhin ungenügend

Schutz für Frauen und Mädchen im Asylbereich weiterhin ungenügend

Am 16.Oktober 2019 veröffentlichte der Bund eine Analyse der Situation von Frauen und Mädchen im Asylbereich. Dieser zeigt grosse Lücken auf – die angedachten Massnahmen bleiben aber ungenügend.

«Insbesondere für so vulnerable Gruppen wie Opfer von Menschenhandel braucht es systematischere Erkennung und Zugang zum nötigen Schutz und Unterstützung – weder spezialisierte Betreuung und Unterkunft noch systematischer Einbezug von Fachstellen werden ins Auge gefasst», meint Lelia Hunziker von der FIZ.

Der Bundesratsbericht enthält selber denn auch keine Massnahmenvorschläge – der Vollständigkeitshalber muss und kann er nur zusammen mit dem ebenfalls heute veröffentlichten Amtsbericht des SEM sowie der von den Kantonen beim SKMR in Auftrag gegebenen Studie zur Situation in diesen gelesen werden. Auch die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) und das UNHCR haben zum heute erschienen Bericht Stellung genommen. 

Die FIZ unterstützt vollumfänglich die Positionen und Forderungen von TERRE DES FEMMES Schweiz und fordert ebenfalls:
 
  • Rechte und Unterstützung für alle Opfer - auch bei Tatort Ausland und unabhängig von Bleiberecht - systematische und proaktive Identifizierung spezifischer Bedürfnisse vulnerabler Personen, inkl. Opfer von Menschenhandel
  • Verbindliche Standards zu Gendersensibilität, Gewaltprävention sowie festgelegte Abläufe und Zuständigkeiten für Bund Kantone und Gemeinden auch zu Opferschutz von Betroffenen von Menschenhandel, Sicherung der Finanzierung und Kooperation mit spezialisierten Fachstellen.
  • Flächendeckende, systematische und wiederkehrende Schulung aller involvierter Akteure.


Für Medienanfragen wenden Sie sich an:

Eva Andonie, 044 436 90 12

© Bild: TERRE DES FEMMES Schweiz

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Europarat und Zivilgesellschaft fordern mehr Engagement für Betroffene im Asylbereich

Europarat und Zivilgesellschaft fordern mehr Engagement für Betroffene im Asylbereich

Über 130 Personen haben am 18. Oktober an der von der FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration organisierten Fachtagung "Opfer von Menschenhandel als Asylsuchende: In der Schweiz endlich in Sicherheit?“ in Bern teilgenommen. Zum Abschluss hat eine zivilgesellschaftliche Allianz ihre konkreten Forderungen an das SEM übergeben. Darin steht vor allem der Opferschutz der Betroffenen im Asylbereich im Vordergrund.

Mehr zur Medienmitteilung der FIZ...

MEDIENMITTEILUNG
 

Der Auftakt hatte es bereits in sich: Maurine Mercier, RTS-Korrespondentin brachte Bild- und Tonmaterial von ihrer Recherche zu Migrantinnen in Libyen mit, das einem den Atem stocken liess: „Die Mittelmeerroute ist gefährlich, aber im Mittelmeer zu sterben ist immer noch besser als langsam in der Prostitution in Libyen zu Grunde zu gehen. Ich wollte eigentlich nie nach Europa. Aber so, wie man mich in Libyen behandelt hat… Das hat mich gezwungen, von da weg über das Meer zu gehen. Ein Wunder, dass ich noch lebe. Und jetzt, wo ich all das überlebt habe, knallt ihr mir die Tür vor der Nase zu?“

Wie würde es der Frau ergehen, wenn sie effektiv lebend in Europa ankommen und in der Schweiz um Asyl ersuchen würde? Würde sie als Opfer von Menschenhandel anerkannt und ausreichend betreut und beschützt?

Der Europarat wandte sich vorige Woche mit seinen Empfehlungen betreffend der Bekämpfung von Menschenhandel an die Schweiz. Heute stand der Strafrechtsprofessor und Mitglied der Expertengruppe GRETA (Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings) Ryszard Piotrowicz auf der Bühne und äusserte sich gegenüber den Bemühungen des Staatssekretariats für Migration SEM hinsichtlich der Opfer im Asylverfahren kritisch: „GRETA ist nach wie vor besorgt über die scheinbar mangelnde Früherkennung von Opfern.“ Dies habe auch Auswirkungen auf deren Aufnahmebedingungen. Er wünscht sich, dass die Anwendung des Dublin-Verfahrens für mutmassliche Opfer überprüft wird und findet für die Nicht-Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft von Opfern von Menschenhandel klare Worte: „Die Schweiz akzeptiert offenbar nicht, dass es sich in einigen Fällen um Mitglieder einer bestimmten sozialen Gruppe handelt, was sie in den Geltungsbereich der Flüchtlingskonvention bringen würde.“

Das SEM, vertreten durch Stephan Baschung, Chef Sektion Asylverfahren und Praxis 2, zeigt das Vorgehen innerhalb des SEM bei Verdacht auf und präsentiert Zahlen zu den bisherigen Verdachtsfällen: Die grösste Gruppe bilden Frauen aus Nigeria.

Ganz im Sinne des Europarats stellte die österreichische Bundesrichterin Birgit Ertl vor, wie die Flüchtlingseigenschaft von nigerianischen Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind u.a. in Deutschland als solche anerkannt wird. „Diese Sichtweise entspricht auch der Mehrheitsmeinung in Österreich; bei uns hat sich in den letzten Jahren eine Rechtsprechung herauskristallisiert, welche bei nigerianischen Opfern von Menschenhandel davon ausgeht, dass sie die Kriterien einer sozialen Gruppe erfüllen.“ Sie betont jedoch, dass man sich zugleich bewusst sein müsse, dass „das Asylsystem kein Instrument ist, um den vom Menschenhandel Betroffenen umfassend zu helfen: Ein legaler Aufenthalt als Flüchtling spielt den Menschenhändlern teilweise in die Hände und kann die Betroffenen nicht automatisch aus ihrer Zwangslage befreien.“ Umso wichtiger sei daher die Schaffung eines Vertrauensverhältnisses durch den Beizug spezialisierter Opferhilfestellen.

In den meisten Fällen kommt es jedoch gar nicht so weit und die Schweiz prüft das Asylgesuch aufgrund der Dublin-Regulierung nicht selbst, sondern schickt die Betroffenen direkt in das zuständige Dublin-Erstaufnahmeland zurück. Nicht selten ist dies Italien; der Ort, an dem die Opfer nach ihrer horrenden Überfahrt aus Libyen (nochmals) zur Prostitution gezwungen wurden.

Lucia Della Torre, Juristin bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH, beleuchtet die neusten Entwicklungen für Dublin-Rückkehrende in Italien und stellt fest: Aufgrund der Neuerungen im italienischen Asylsystem ist von einer Rückführung vulnerabler Asylsuchender und insbesondere Opfer von Menschenhandel nach Italien abzusehen: „Die riesigen Aufnahmezentren fungieren nicht selten als Rekrutierungspunkte für Menschenhändler. Andererseits kommt es auch vor, dass den Frauen der Zugang zu einer solchen Einrichtung ganz verwehrt wird und sie nach ihrer Rückkehr nach Italien ganz auf sich allein gestellt sind und auf der Strasse übernachten müssen.“

Zum Abschluss wurde das Wort an zivilgesellschaftliche Organisationen übergeben, die in ihrer täglichen Arbeit mit den Opfern aus dem Asylbereich zu tun haben: Die Herausforderungen reichen von ganz praktischen Dingen wie Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung und adäquater Unterbringung bis hin zu juristischen Fragen.

Grund genug, diese Bandbreite an Herausforderungen und die daraus resultierenden Forderungen auf den Punkt zu bringen und am Ende der Veranstaltung an die anwesenden Vertreter des SEM zu übergeben: Die unterzeichnenden Organisationen ASTREE, Antenna MayDay/SOS Ticino, Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, Centre Social Protestant, FIZ Fachstelle Frauenhandel Frauenmigration und die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH verlangen darin insbesondere, dass auch Opfer, die im Ausland ausgebeutet worden sind vom Zugang zu spezialisiertem Opferschutz profitieren können. Dazu muss vom SEM ein einheitliches Vorgehen punkto Opferschutz im Asylbereich erarbeitet werden. Sie fordern, dass bei Opfern von Menschenhandel vom Recht auf Selbsteintritt statt Dublin-Überstellung gemacht wird. Besteht die Schweiz dennoch auf die Überführung, so müssen zumindest Garantien und Einzelfallabklärungen gemacht werden. Zu guter Letzt beantragen die Organisationen eine den UNHCR Richtlinien genügende Anpassung der Auslegung des Flüchtlingsbegriffs für Opfer von Menschenhandel, wie dies auch Europarat fordert.

 

Die 5 Forderungen an das SEM finden Sie hier.

 

Medienanfragen und Kontakt:

Lelia Hunziker, Geschäftsführerin FIZ Fachstelle Frauenhandel Frauenmigration: lelia.hunziker@fiz-info.ch; 078 765 41 92

Eva Andonie, Stv. Bereichsleiterin Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising FIZ: eva.andonie@fiz-info.ch

Géraldine Merz, Projektleiterin Asyl und Menschenhandel: geraldine.merz@fiz-info.ch

 


 

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LEXI: Eine Mobile App für Sexarbeitende

LEXI: Eine Mobile App für Sexarbeitende

LEXI App, eine Mobile App für Sexarbeitende mit wichtigen Infos zur Arbeit, Sicherheit und Gesundheit, ist da! Gratis und ohne Registrierung.

Arbeiten Sie als Sexarbeitende in der Schweiz? In der App finden Sie alle wichtigen Informationen dazu. 

Die Lexi App gibt Aufschluss über Fragen zu Sicherheit, Gesundheit, Arbeiten, Steuern und Sozialversicherungen. Sie ist in den folgenden Sprachen verfügbar: Deutsch, English, Français, Italiano, Español, Português, Română, Magyar, български, Polski, ไทย, slovenský.

iOS: https://itunes.apple.com/ch/app/lexi-app/id1347841110?mt=8 

Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=ch.renuo.procore 

Prokore ist ein schweizerisches Netzwerk zur Verteidigung der Rechte von Personen, die in Berufen des Sexgewerbes arbeiten. Die Mitgliedschaft setzt sich zusammen aus Aktiven Vereinigungen aus dem Kreis der weiblichen und männlichen Prostitution, und aus Personen, die im Sexgewerbe arbeiten.

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SRF Kontext zu Menschenhandel in der Schweiz

SRF Kontext zu Menschenhandel in der Schweiz

Was unternimmt die Schweiz, um Betroffene von Menschenhandel besser zu schützen? In der Sendung Kontext von SRF Schweizer Radio und Fernsehen nimmt die FIZ Stellung, schildert ihre Sicht auf die aktuelle Lage und weist auf Lücken im Opferschutz hin. Reinhören lohnt sich!

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