Wir informieren, bieten Weiterbildungen an und nehmen politisch Stellung.

Wir nehmen Themen auf, die sich aus der Beratungs- und Unterstützungsarbeit ergeben, und bringen sie in die Öffentlichkeit. Wir informieren Fachleute, Politiker*innen und die Öffentlichkeit über die Problematik des Menschenhandels und die Situation von Sexarbeiterinnen.

Bildungsmodule zu Menschenhandel 

Menschenhandel ist ein sogenanntes Holdelikt: In der Regel wenden sich mutmassliche Betroffene nicht selbstständig an Fachstellen wie die FIZ, um Unterstützung anzufragen. Vielmehr müssen sie als Opfer von Menschenhandel erkannt und in einem weiteren Schritt identifiziert werden. Voraussetzung dafür ist eine Vertrauensbasis, deren Aufbau häufig schwierig ist und viel Zeit erfordert. Da Betroffene von Menschenhandel oft schwer zu erkennen sind, ist ein geschultes Auge von Fachpersonen (sogenannte First Responders), die mit Betroffenen in Kontakt kommen, unerlässlich.

«Dort, wo gezielt hingeschaut wird, können Betroffene auch erkannt werden.»

Deshalb ist die Sensibilisierung und Schulung von Fachpersonen, die mit potenziellen Opfern von Menschenhandel in Kontakt kommen, essenziell, um die Betroffenen möglichst früh zu erkennen, damit sie Zugang zu ihren Rechten und zu Schutz erhalten.

Wir führen praxisorientierte Bildungsmodule zu Menschenhandel mit verschiedenen Schwerpunkten durch, bieten Referate an und nehmen an Podiumsdiskussionen teil. Die praxisnahmen Bildungsmodule beinhalten unter anderem Vorgehensweise bei Verdacht auf Menschenhandel sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten. Die Ausgestaltung der Bildungsveranstaltung erfolgt bedarfsorientiert und zielgruppenspezifisch.
 

Dieses Modul richtet sich an erster Stelle an neue Mitarbeitende von Fachstellen, die mit uns zusammenarbeiten und/oder potenziell zuweisende Stellen (sogenannte First Responders) sind. Ferner ist das Basismodul auch offen für Personen, die sich für das Thema Menschenhandel interessieren, aber bis jetzt nur wenig Kenntnisse haben.

Wir vermitteln Grundkenntnisse zum Thema Menschenhandel, dazu gehören: rechtliche Grundlagen, Ursachen, Macht- und Kontrollmechanismen bei Menschenhandel sowie statistische Daten. Wir stellen das FIZ Opferschutzprogramm sowie unsere Unterstützungsangebote vor. Wir besprechen gemeinsam Fallbeispiele und zeigen Vorgehensweise bei Verdacht auf Menschenhandel auf.

Das allgemeine Basismodul Menschenhandel ist kostenlos und findet vier Mal jährlich bei uns in der FIZ statt (Hohlstrasse 511 in Zürich). Hier die Daten für 2026:
20.02.2026, Freitag, 9.00-12.00 Uhr
22.05.2026, Donnerstag, 9.00-12.00 Uhr
25.08.2026, Dienstag, 9.00-12.00 Uhr
23.11.2026, Montag, 9.00-12.00 Uhr

Bitte melden Sie sich unter: contact@fiz-info.ch an.

Bei Fragen zum allgemeinen Basismodul melden Sie sich bitte bei der Verantwortlichen für Bildungsarbeit: Myrsini.Arvanitis@fiz-info.ch

 

Je nach Fachstelle kann ein Bildungsmodul mit unterschiedlichen Schwerpunkten gewählt werden. Gerne entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen ein Bildungsmodul, das gezielt auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Ziel ist es, anhand von Beispielen aus der jeweiligen Praxisrealität aufzuzeigen, wie Verdachtsmomenten im Arbeitsalltag erkannt werden können, welche Vorgehensweise bei einem Verdacht auf Menschenhandel empfohlen wird und welche konkreten Handlungsmöglichkeiten bestehen.

Es besteht die Möglichkeit, offene Fragen zu besprechen und Praxiserfahrungen auszutauschen. Je mehr Informationen wir über den Arbeitsalltag Ihrer Fachstelle erhalten, desto gezielter können wir das Bildungsmodul auf Ihre Bedürfnisse abstimmen.

Mögliche Schwerpunkte (Liste nicht abschliessend):
  • Situation von Betroffenen von Menschenhandel im Strafverfahren gegen die Täterschaft
  • Unterstützung von Betroffenen von Menschenhandel bei der Rückkehr (Rückkehrhilfe)
  • Betroffene von Menschenhandel im Asylsystem
  • Menschenhandel zwecks Ausbeutung der Arbeitskraft
  • Spezifische Rechte von Betroffenen von Menschenhandel
  • Betroffene von Menschenhandel im Gesundheitswesen
  • Emotionale Abhängigkeit von der Täterschaft
  • Zwang zu illegalen Tätigkeiten (Non-Punishment Prinzip)
  • Und weitere Themenblöcke
Bei Anfragen zum Bildungsangebot und den verschiedenen Modulen melden Sie sich bitte bei der Verantwortlichen für Bildungsarbeit: Myrsini.Arvanitis@fiz-info.ch
 

Was geschieht mit Betroffenen von Menschenhandel, die sich im Schweizer Asylwesen befinden und dringend auf spezialisierte Unterstützung und Schutz angewiesen sind? Im Asylbereich ist der Zugang zu spezialisiertem Opferschutz stark eingeschränkt. Werden Menschen ausserhalb der Schweiz, z.B. auf der Flucht oder in einem Dublin-Land ausgebeutet, ist ihnen der Zugang zu den Leistungen der Opferhilfe aufgrund der aktuellen Rechtslage verwehrt oder mit sehr hohen Hürden verbunden. In diesem Zusammenhang bieten wir in Kooperation mit der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) am 10. September 2026, von 14.00-17.00 Uhr ein Bildungsmodul für Fachpersonen im Asylwesen an. Die Schulung findet in Zürich statt.

Bei Interesse bitten wir Sie sich über diesen Link anzumelden.

Offene Sprechstunden für Schüler*innen, Forschende und Lernende

Auf unserer Website finden Sie Informationen zu den Themen: MenschenhandelSexarbeit und Frauenmigration.

Falls Sie trotz vielfältiger Unterlagen offene Fragen haben, können Sie gerne in eine offene Sprechstunde kommen. Sie finden zehn Mal pro Jahr statt und finden in der Regel von 14.00 bis 16.00 Uhr bei uns in FIZ (Hohlstrasse 511 in Zürich) statt. Während der Sprechstunde haben Sie und andere Teilnehmer*innen die Möglichkeit Interviews im Rahmen der Sprechstunde zu führen. Falls Sie ihre Fragen bereits im Voraus verschriftlicht haben, können Sie uns diese ebenfalls gerne zuschicken, das erleichtert uns die Vorbereitung für die Sprechstunde. Hier die Daten für die Sprechstunden 2026:
 
  • 30. Januar 2026, Freitag, 14.00-16.00 Uhr (mit Cristina)
  • 19. Februar 2026, Donnerstag, 14.00-16.00 Uhr (mit Mia)
  • 13. März 2026, Freitag, 14.00-16.00 Uhr (mit Nina)
  • 23. April 2026, Donnerstag, 14.00-16.00 Uhr (mit Anouk)
  • 21. Mai 2026, Donnerstag, 14.00-16.00 Uhr (mit Fanie)
  • 23. Juni 2026, Dienstag, 15.00-17.00 Uhr (mit Laura)
  • 28. September 2026, Montag, 14.00-16.00 Uhr (mit Géraldine)
  • 29. Oktober 2026, Donnerstag, 14.00-16.00 Uhr (Person noch offen)
  • 20. November 2026, Freitag, 14.00-16.00 Uhr (mit Nina)
  • 11. Dezember 2026, Freitag, 14.00-16.00 Uhr (mit Fanie)
Bitte anmelden unter: contact@fiz-info.ch

Bei Fragen zu den Sprechstunden melden Sie sich bitte bei der Verantwortlichen für Bildungsarbeit: Myrsini.Arvanitis@fiz-info.ch

Fachwissen und Netzwerke

Mitarbeit in Gremien
Wir arbeiten in nationalen, kantonalen und kommunalen Gremien und in Arbeitsgruppen des Bundes mit und leiten den kantonalen runden Tisch gegen Menschenhandel in Zürich.

Kantonale Runde Tische
In vielen Kantonen bestehen Kooperationsgremien gegen Menschenhandel. Den ersten «runden Tisch» gründete die FIZ im Jahre 2001 in Zürich. Dadurch ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Polizei, untersuchenden Behörden, Migrationsämtern, der Opferhilfe und der FIZ gewachsen. Auch andere Akteur*innen beteiligen sich an diesen Prozessen: Beratungsstellen für Sexarbeitende, Gleichstellungsbüros, Geschädigten- und Rechtsvertreter*innen und Rechtsänwält*innen sind ebenfalls in den Gremien vertreten.

Gemeinsames Ziel ist es, den Opferschutz zu verbessern und die Täterschaft vermehrt zur Verantwortung zu ziehen. Als Folge dieser runden Tische wurde die FIZ von diversen Kantonen mandatiert, die spezialisierte Betreuung und Begleitung der Betroffenen von Menschenhandel zu leisten. Es sind die Kantone Aargau, Basel Stadt, Basel Landschaft, Bern, Freiburg, Luzern, Schwyz, Solothurn, Thurgau und Zürich.

FIZ Rundbrief 49 «Die Zusammenarbeit macht es aus»

Netzwerke
Wir sind aktives Mitglied in den folgenden internationalen und nationalen zivilgesellschaftlichen Netzwerken gegen Menschenhandel:

NGO-Koordination post Beijing Schweiz
NGO-Plattform Menschenrechte
Plateforme Traite (Schweizer Plattform gegen Menschenhandel)
ProCoRe (Nationaler Zusammenschluss von Beratungsstellen für Sexarbeitende in der Schweiz)
Netzwerk Istanbul Konvention (Netzwerk-Plattform zum Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt)
www.18oktober.ch (Schweiz gegen Menschenhandel: International Organisation for Migration IOM, Astrée, Au Coeur des Grottes, Kinderschutz Schweiz, EDA, SEM, fedpol)
GAATW (Global Alliance Against Traffic in Women)
LSI La Strada International (European Network Against Trafficking in Human Beings)
COATNET (Christian Organisations Against Trafficking in Human Beings [Caritas Internationalis])
KOK (Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V.)
PICUM (Platform for International Cooperation on Undocumented Migrants)


Medien und Politik
In den Bereichen Menschenhandel und Sexarbeit informieren wir Politiker*innen über aktuelle Entwicklungen und stehen Medienschaffenden für Interviews und Gespräche zur Verfügung.

Stellungnahmen und Vernehmlassungen

Die FIZ schreibt Vernehmlassungen zu Schweizer Gesetzesvorschlägen und behördlichen Berichten. Zudem nehmen wir Stellung zu internationalen Monitoringprozessen in den Bereichen Menschenhandel und Menschenrechte.


2025: Stellungnahme zur Änderung des Arbeitsgesetzes: Sonderbestimmungen für Live-in-Betreuung
2024: Vernehmlassungsantwort zur Revision des Opferhilfegesetzes
2024: Vernehmlassungsantwort der FIZ zur Übernahme des EU-Asylpakts in der Schweiz
2023: Stellungnahme zur Änderung des Ausländer- und Integrationsgesetzes: Bei häuslicher Gewalt die Härtefallpraxis nach Artikel 50 AIG garantieren
2022: Stellungnahme zur Gleichstellung von EU/EFTA-Staatsangehörigen und CH-Staatsangehörigen bezüglich Familiennachzug von Personen aus Drittstaaten
2022: Stellungnahme zur Kürzung der Sozialhilfe von Drittstaatsangehörigen
2019: Totalrevision des Sozialhilfegesetzes . Stellungnahme der *Frauenvernetzung Kanton Zürich 
2018: Stellungnahme zur Verordnung des EJPD über den Betrieb von Zentren des Bundes und Unterkünften an den Flughäfen
2018: Stellungnahme zur Vernehmlassung zur Änderung der Strafprozessordnung
2017: Stellungnahme zur Umsetzung der Vorlage zur Beschleunigung der Asylverfahren (Neustrukturierung des Asylbereichs)
2017: Vernehmlassung zum Vorentwurf des Bundesgesetzes über die Unterstützung der nationalen Menschenrechtsinstitution MRIG
2016: Stellungnahme zu den Anpassungen des Bundesgesetzes über die Ausländerinnenund Ausländer (AuG) – Verfahrensnormen und Informationssysteme (Vernehmlassung)
2015: Stellungnahme zur Verordnung über Massnahmen zur Verhütung von Straftaten im Zusammenhang mit Prostitution (Vernehmlassung)
2015: Stellungnahme zur Revision des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA)
 

Häusliche Gewalt und aufenthaltsrechtliche Abhängigkeit in der Partnerschaft/Ehe (französisch)

Arbeitsausbeutung migrantischer Frauen in der Schweiz (deutsch / französisch)

Zur Situation gewaltbetroffener, geflüchteter Frauen in der Schweiz (deutsch / französisch)

Gewalt an Frauen* in der Sexarbeit (deutsch / französisch)

Zugang zu spezialisierter Unterstützung für Gewaltbetroffene mit Tatort Ausland (deutsch / französisch)

CEDAW (Convention on the Elimination of Discrimination against Women)
2022: CEDAW Shadow Report by FIZ and Procore
2021: CEDAW Shadow Report by the NGO Coordination post Bejing Switzerland
2020: Written Comments of FIZ on the Draft General Recommendation on trafficking in women and girls in the context of global migration  of the CEDAW Committee 
2019: Switzerland – List of Issues prior to reporting (before the Committee on the Elimination of Discrimination Against Women) 
2016: Alternativer Bericht zur Umsetzung der Frauenrechtskonvention
2016: Schattenbericht der NGO-Koordination post Beijing Schweiz

GRETA (Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings)
2018: Alternativer Bericht betreffend die Umsetzung des Übereinkommens des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandel durch die Schwei (Kurzfassung)
2018: Alternative Report on the Implementation of the Council of Europe Convention on Action against Trafficking in Human Beings in Switzerland
2018: Demands
2014: Alternativer NGO-Bericht zur Umsetzung der Europaratskonvention gegen Menschenhandel in der Schweiz
2014: Forderungen
2014: Fälle

GRETA English reports:
2014: Alternative Report on the Implementation of the Council of Europe Convention on Action against Trafficking in Human Beings in Switzerland
2014: Demands
2014: Cases

UPR (UN Universal Periodic Review)
2017: UPR Bericht der NGO-Plattform Menschenrechte

CRC (Committee on the Rights of the Child)
2014: Stellungnahme zur Umsetzung der Kinderechtskonvention

Kontakt 

FIZ Fachstelle Frauenhandel
und Frauenmigration

Hohlstrasse 511
8048 Zürich
044 436 90 00
contact@fiz-info.ch


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